Sport-Stützpunkt in Wiehl für Demenzerkrankte
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24.08.2010 13:05
Neues Trainingsprogramm der Sporthochschule Köln für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen im Oberbergischen
Oberbergischer Kreis - Der Oberbergische Kreis hat den Kontakt zur Sporthochschule Köln hergestellt, um für Menschen im Oberbergischen, die von Demenz betroffen sind, ein spezielles Trainingsprogramm einzurichten.
Um das sogenannte NADiA-Programm durchführen zu können, müssen sich mindestens sechs Paare - Demenzerkrankte und ihre Begleitpersonen - finden.
NADiA steht für "Neue Aktionsräume für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen". Mit diesem Aktionsprogramm will die Sporthochschule Köln Demenzkranken und ihren Angehörigen die Möglichkeit bieten, gemeinsam an regelmäßigen Aktivitäten teilzunehmen. Durch ein praxisnahes Bewegungsprogramm sollen alle Beteiligten gleichermaßen trainiert werden. "Eine gesteigerte Kraftfähigkeit, eine Verbesserung der Reaktions- und Gleichgewichtsfähigkeit und eine positive Wirkung auf die geistige Leistungsfähigkeit, sollen den Alltag erleichtern", sagt Prof. Dr. Heinz Mechling. Er hat das Projekt am Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie (Deutsche Sporthochschule Köln) entwickelt. Gemeinsam mit der OASe der Stadt Wiehl (Offene Arbeit für Senioren), dem TuS Wiehl und der Alzheimer Gesellschaft im Bergischen Land e.V. will die Sporthochschule Köln einen Stützpunkt für das Aktionsprogramm in Wiehl einrichten, wo zweimal wöchentlich trainiert wird.
Jede Trainingseinheit dauert 60 Minuten, umfasst 10 Übungen und ist immer wieder gleich aufgebaut. Dabei werden gewohnte Bewegungen mit "sprechenden Namen", z.B. "Sieger", "Wasser treten" ausgeführt.
"Durch die Regelmäßigkeit und die feste Struktur des Programms werden Halt und Vertrautheit bei den Teilnehmern hervorgerufen", sagt Prof. Dr. Heinz Mechling. Neben dem sportlichen Angebot bietet sich außerdem die Möglichkeit des Austauschs mit anderen, gleichgesinnten Teilnehmern. Dadurch kann auch Gemeinschaft in einem Umfeld außerhalb von Pflege und Betreuung entstehen. Im Mittelpunkt stehen Kräftigungsübungen, wobei individuell angepasste Gewichte die Belastung steuern. Koordinationsübungen ergänzen den Kraftteil. "Jede große Muskelgruppe wird im Training durch eine entsprechende Übung berücksichtigt", erklärt Prof. Dr. Mechling.
Bei den demenziell erkrankten Menschen habe sich die Leistung im Aufstehtest signifikant verbessert, was für eine Verbesserung der Beinkraft spreche. Außerdem hätten die trainierenden Demenzkranken eine deutlich höhere Handgriffstärke und eine auffallend verbesserte Leistung bei einfachen Alltagsaufgaben, wie Umdrehen, Gehen, Setzen. Das Programm wird gemeinsam mit den Angehörigen gestaltet. "Sie erfahren, dass auch Menschen mit Demenz noch Neues lernen können und leistungsfähig sind", betont Prof. Mechling.
Kontaktstellen für interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Stadt Wiehl
OASe im Johanniter-Haus
Sandra Peifer
Dipl.-Sozialpädagogin
Homburger Str. 7
51674 Wiehl
Telefon: (0 22 62) 797 120
E-Mail: oase2@wiehl.de
NADiA
Ein Projekt von "fit für 100"
Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie DSHS Köln Am Sportpark Müngersdorf 6
50933 Köln
Telefon: 0221-4982-6141/-6142/-6139
Mail: info@ff100.de
Internet: www.ff100.de