Einen Riesenwirbel verursachen zur Zeit zwei "Security-Mitarbeiter", die Anfang August auf dem Gummersbach Stadtfest gesehen wurden. Sie waren "auffällig korrekt" uniformiert und erregten so das Interesse der "offiziellen" Sicherheitskräfte des Veranstalters und Ordnungsamtes. Die beiden Personen wurden anschließend vom Bezirksbeamten Innenstadt, unterstützt von einem Kollegen des Wachdienstes, angehalten, überprüft und von allen Seiten fotografiert. Soweit die Vorgeschichte.
Anfang Dezember hat nun der Landrat des Oberbergischen Kreises per Rundschreiben die 13 Bürgermeister des Kreises eindringlich vor dieser Gruppe gewarnt. Sie orientieren sich scheinbar am Vorbild einer in Köln im August gegründeten Bürgerwehr (siehe hierzu: http://www.ju-ehrenfeld.de/burgerwehr...). Dort ist vom Schutz vor "jugendlichen Gewalttätern mit Migrationshintergrund", von "Linksextremisten" und "Islamistischen Gewalttätern" die Rede.
Nun sind Bürgerwehren an und für sich nichts Neues. Bereits 1813 gründete sich in Gummersbach eine Bürgerwehr zur Abwehr der "Linken und Anarchisten". In Berlin forderten führende CDU-Politiker im Februar noch die Aufstellung einer 1000 Mann starken Hilfspolizei aus Freiwilligen aus der Bevölkerung. Und in Köln-Nippes gibt es die Bürgerwehr schon seit 1903 und ist ein Karnevalsverein.
Woher kommt plötzlich diese lokale Aufmerksamkeit? Ist es der neue Blick aufs rechte Umfeld seit dem der Naziterror der letzten Jahre bekannt wurde? Da darf Oberberg im Chor der Wachsamen natürlich nicht fehlen. Gut, dass unser Landrat aufpasst, aber ein wenig Aktionismus ist nach 4 Monaten unbeachteter Bürgerwehr auch dabei, oder?